Denkmal des Warschauer Aufstandes

In der Volksrepublik Polen war die Erinnerung an den Warschauer Aufstand Gegenstand politischer Kontroversen. Die kommunistische Regierung lehnte die öffentliche Erinnerung an den Aufstand in Form eines Denkmals ab. Dies änderte sich erst, als mit der Gewerkschaft „Solidarność” 1980-1981 eine Oppositionsbewegung anerkannt wurde. Ein Ehrenkomitee zur Erbauung des Denkmals für den Warschauer Aufstand schrieb einen Wettbewerb aus. Die Ausrufung des Kriegszustandes am 13. Dezember 1981 verhinderte zunächst das Projekt. Zur Einweihung des Denkmals kam es erst am 1. August 1989, dem 45. Jahrestag des Beginns des Aufstands. Das Denkmal wurde auf dem Warschauer Krasiński-Platz aufgestellt, wo sich der Eingang zum Abflusskanal befand, durch den Ende August 1944 Aufständische und Bewohner der Altstadt flohen; die Geschichte des Denkmals knüpft an diese Episode an.

Das Monument aus Bronze wurde von W. Kućma entworfen und ist ca. 2,5 m hoch. Auf seiner rechten Seite erheben sich zwei Wände mit Darstellungen der Aufständischen. Sie symbolisieren den Kraftakt und das Opfer der Soldaten der AK und weiterer am Widerstand beteiligter Gruppen. Auf der anderen Seite der Wände sind Zivilpersonen als Abbild der leidenden Warschauer Bevölkerung dargestellt. Zwischen den Pylonen befindet sich eine Vertiefung in Form eines Amphitheaters. Dort finden die jährlichen Feierlichkeiten statt.

Auch wenn dieses Denkmal für Kontroversen bei den Kriegsveteranen sorgte, kam es doch dem emotionalen Bedürfnis aller am Aufstand Beteiligten entgegen, die Erinnerung in der Hauptstadt manifestiert zu sehen. Dies zeigte sich auch in der Finanzierung des Denkmals, das durch individuelle und Sammelspenden ermöglicht wurde. In dem zum Denkmal gehörenden Gebäude (ul. Długa 22) befinden sich die Büros der Hauptverwaltung des Bündnisses der Kämpfer des Warschauer Aufstandes und des Vereins zur Erinnerung an den Warschauer Aufstand. Informationen findet man an der Wand dieses Gebäudes (auch in englischer und französischer Sprache).

Piotr Majewski


Stadtplan Warschau u. a. auf: http://www.warszawa.planmiasta.info/ (Seite nur auf Polnisch verfügbar, deutschsprachige Infos über die Hauptstadt sind auf www.e-warsaw.pl/german/index.php zu finden.)

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